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Monday, 26. December 2016

Erziehung zur Toleranz mithilfe von Literatur

Anna Kuschnarowa begeistert Schüler mit ihrem Bestseller.

„Wie verbindet man ausgerechnet den Djihad mit dem Paradies?“ – „Gibt es zwischen Ihrem Buch und ‚Romeo und Julia’ von Shakespeare eine Beziehung?“ – „Machen Sie sich nach der Veröffentlichung dieses Buchs keine Sorgen um Ihre Sicherheit?“ – „Wie viel verdienen Sie mit dem Schreiben von Büchern?“

Die Schüler unserer Schule stellten der Jugendbuchautorin Anna Kuschnarowa viele Fragen. Kuschnarowa war am 15. Dezember einer Einladung von der Abteilungsleiterin Gudrun Bayer zu einer Lesung zu ihrem Buch „Djihad Paradise“ gefolgt.

Multimediale und packende Lesung

Die Autorin des Bestsellers hielt eine ungewöhnliche Lesung mit einem abwechslungsreichen Programm:  Viele Informationen lieferte sie mittels einer Präsentation, sie erzählte von eigenen Erfahrungen zwischen der islamischen und der christlichen Lebenswelt, las ausgewählte Textpassagen und führte auch ein Video aus dem Umfeld des IS vor, mithilfe dessen die Rekrutierungsmethoden des IS thematisiert wurden. So gelang es ihr, rund hundert Jugendliche verschiedener Schulformen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren vollkommen in ihren Bann zu ziehen. Gemeinsam diskutierten sie, warum junge Menschen sich bis hin zu Tötungsabsichten radikalisieren.

Romea und Julian zwischen Liebesgeschichte und Djihad

Im Deutschunterricht hatten die jungen Zuhörer, die meisten unter ihnen Muslime, das Buch mit ihren Lehrerinnen gelesen und das Thema bearbeitet: Es geht um die jungen Deutschen Romea und Julian, die in katastrophalen Familienverhältnissen groß werden, zum Islam konvertieren, unter den Einfluss von radikalislamischen Fanatikern geraten und zu Selbstmordattentätern werden. Neben diesem brisanten Thema war die bittere Liebesgeschichte  für die Zuhörer interessant. Zugleich erhält der Leser einen Einblick in die islamische Religion, deren Rituale und Strömungen. Und das Ganze in einer Sprache, die ganz offenbar in ihrer lebendigen Lockerheit den Jugendlichen nah ist.

Die Entdeckung des Lesens

„Es ist unglaublich, wie meine Schüler, die zum Teil überhaupt keine Bücher lesen, sich von „Djihad Paradise“ so sehr haben fesseln lassen. So viel Literatur haben die meisten Schülerinnen und Schüler noch nie verschlungen“, erzählt Deutschlehrerin Dörte Löffert begeistert. Ihre Schüler, die sich auf den mittleren Abschluss vorbereiten, überreichten Anna Kuschnarowa eine Briefsammlung mit eigenen Kommentaren.

Zwischen Radikalisierung und Integration

Ausgehend von vielen Fragen der Schüler entwickelte sich ein langes, intensives Gespräch mit der Autorin. Kontrovers wurde zwar die Vorführung eines djihadistischen Propagandavideos zur Anwerbung junger Menschen gesehen. Kuschnarowa legte jedoch Wert darauf, die Widersprüchlichkeit innerhalb dieser Ideologie zu entlarven. „Diese gelungene Veranstaltung ist einer von mehreren Bausteinen unserer Integrationsbemühungen und unserer Erziehung zu Toleranz, derentwegen wir vor kurzem Bundespräsident Joachim Gauck als Besucher empfangen konnten“, fasste Gudrun Bayer zusammen.

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